Die Burg Ravensberg (Ravensburg) bei Borgholzhausen, Stammburg des Ravensberger Landes

„Essen und Sagen“ am warmen Kachelofen der Gaststätte, 11.11.2017

Bei einem Wetter, bei dem man nach dem Volksmund "keinen Hund vor die Tür jagt", war die Veranstaltung "Essen und Sagen" ausverkauft, ja, es mussten leider noch mehrere Interessenten abgewiesen werden.

Von den angemeldeten Gästen hatte niemand den Weg hoch zur Burg gescheut und musste es auch nicht bereuen. Der Gang durch die Herbstluft machte Appetit, dessen sich unser Koch Johann-Gerhard Meeuw mit Liebe und - passend zur Jahreszeit - einer kräftigen Rinderroulade mit Rotkohl annahm.

Am Kachelofen lauschten die Gäste verschiedenen, von Armin Bauer und Wolfhart Kansteiner vorgetragenen Sagen. Armin Bauer referierte kurz über das Werk und das Leben der Brüder Jakob und Wilhelm Grimm und Ludwig Bechstein, welche alle drei nicht nur Märchen, sondern auch deutsche Volkssagen gesammelt haben, wobei Bechstein  mit 1000 Märchen und Sagen sogar der fleißigere und zu seiner Zeit bekanntere Sammler war.

Zeigte schon das vollbesetzte Haus das seit Jahrhunderten andauernde Interesse an Märchen und Sagen, so versuchte Wolfhart Kansteiner die Gründe für diesen Umstand zu ergründen. Das Hören von Märchen und Sagen überlässt dem Zuhörer - im Gegensatz zu modernen bebilderten Techniken - den Raum und die Freiheit, sich ein individuelles Bild zu schaffen, wobei in dem Kopf eines jeden Zuhörers ein ganz eigenes Bild entsteht. Offenbar ist dieser Prozess ein beruhigender, im Gegensatz zu der Aufnahme vorgefertigter  Bildern nicht stressender Vorgang. Im Zusammenhang damit steht wohl auch der Effekt, dass Märchen und Sagen auch dann, wenn in ihnen ausnahmsweise einmal nicht das Gute über das Böse, die Gerechtigkeit nicht über die Ungerechtigkeit siegen, die Zuhörerin und den Zuhörer im Einklang mit sich selbst entllassen. 

Es war ein rundum gelungener Abend, für den wir uns bei unseren Besucherinnen und Besuchern bedanken möchten.

Ihre Stiftung Burg Ravensberg