Die Burg Ravensberg: 1600 - 2000

In den auf das Mittelalter folgenden Jahrhunderten wurde die Burg Ravensberg zu Gunsten der Sparrenburg in Bielefeld immer mehr vernachlässigt und nicht wie diese zur neuzeitlichen Festung ausgebaut, um den neu aufkommenden Kanonen stand zu halten.

Burg Ravensberg, Postkartenmotiv von 1918Dennoch war die Burg auch zur Zeit des Dreißigjährigen Krieges noch immer besetzt. 1623 wurde die mit sieben Mann besetzte Burg von Lübbert de Wendt und 100 katholischen Ligisten eingenommen. 1628 gelang es dann den protestantischen Niederländern, die Burg einzunehmen. Feldherr Tilly selbst soll zur Rückeroberung herangeeilt sein, musste aber unverrichteter DInge wieder abziehen, weil sich die Niederländer unneinnehmbar auf der Burg verschanzt haben.
25 Jahre nach Ende des Dreißigjährigen Krieges wird die Burg dann 1673 durch einen Angriff des Bischofs von Münster mit Kanonen so stark beschädigt, dass sie ihre militärische Bedeutung verlor. 1695 verläßt der letzte Drost die Burg Ravensberg wegen Baufälligkeit.

In der Folgezeit verfiel die Burg und diente der umliegenden Bevölkerung als Steinbruch. Erst 1836 wurde unter preußischer Herrschaft der weitere Verfall der Burgruine gestoppt. Der Oberpräsident der Provinz Westfalen, Ludwig von Vincke, engagierte sich für den Erhalt der Burg und die Errichtung einer Aussichtsplattform auf dem Turm, dessen mittelalterliche Bausubstanz im gleichen Zuge gesichert wurde. Über 1000 Taler wurden gesammelt, und die Pläne von Karl Friedrich Schinkel in die Tat umgesetzt, so dass die Burg fortan ein beliebtes Ausflugsziel wurde

1867/68 wurde durch Schinkel das bereits auf der Burg befindliche, jedoch baufällige Forsthaus durch einen Neubau mit Gaststube ersetzt und dient seither als Gasthaus. Wilhelm I. selbst hatte zu diesem Bau einige tausend Mark zur Verfügung gestellt – sollte es die Attraktivität der Burg doch nochmals steigern. Die 1886 fertiggestellte Bahnstrecke des Haller Wilhelms steigerte die Erreichbarkeit und damit auch die Attraktivität der Burg als Ausflugsziel nochmals.
Nach dem 2. Weltkrieg, den die Burg recht unbeschadet überstanden hatte, wurde das Land NRW Eigentümer der Burganlage, kümmerte sich jedoch wenig um die Erhaltung des historischen Erbes.