Die Burg Ravensberg (Ravensburg) bei Borgholzhausen, Stammburg des Ravensberger Landes

Märchenhaftes am Kachelofen, 4.2.2018

Dass auch Erwachsene einen guten Märchenvortrag zu schätzen wissen, bewiesen die knapp 20 Gäste, die sich in lauschiger Wärme am Samstagabend in der Burggaststätte eingefunden hatten.

Der Stiftungsmitarbeiter Armin Bauer ließ jedoch gleich zu Beginn durchblicken, dass er sich beim Vortragen größte Mühe geben werde, er sich dennoch zu wirklich märchenhaften Verwandlungen und Geschehnissen außerstande sähe. „Tierisch Ritterliches“ war das ungeschriebene Motto des Abends, und damit der Einstieg mit dem Grimm’schen Klassiker „Die Bremer Stadtmusikanten“ fast schon zu erwarten gewesen. Diese von einer überaus positiven Grundstimmung getragene Fabel wurde vortrefflich ergänzt durch das weniger bekannte, aber sprachlich nicht minder schöne Bechstein’sche „Natternkrönlein“, in dem einer braven und fleißigen Magd das Glück ihres Lebens beschert wird und das darüber hinaus ein Schlängelein in ein sehr positives Licht rückt , was durchaus unüblich ist, da Schlangen auch in Märchen meist eher schlecht wegkommen. 

Höhepunkt war schließlich ein wirklich schwer moralisches Stück Kunstmärchen aus der Feder von Richard von Volkmann-Leander mit dem Titel „Der verrostete Ritter“, in dem selbiger durch die Liebe seiner Gattin und reuige Selbstreflexion am Ende wieder gesund und glücklich wird und sich fortan nur noch dem Guten verschreibt. 

Und etwas Zauberhaftes gab es dann doch, wenn auch auf den Teller: Der Koch der Gaststätte, Hans Meeuw, hatte mit seinem Hackbraten und frischem Spitzkohlgemüse und selbst gemachtem Kartoffelstampf zwischen den Vorträgen auch dieses Mal seine besonderen Künste am Herd geschmackvoll unter Beweis gestellt.